Berner Allmenden für Alle
- Michael Ruefer
- 13. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Jan.
Der Gemeinderat will sich von der UBS ein riesiges Parkhaus unter die Grosse Allmend bauen lassen. Damit wird keineswegs eine Entwicklung angestossen, sondern der Zubetonierung und der Kommerzialisierung der arg bedrohten Allmenden das Wort geredet. So nicht!

Bild: hauptstadt.be
Unter dem programmatischen Namen "Neuordnung Allmenden" hat der Berner Gemeinderat eine Diskussion darüber eröffnet, was mit den (übrig bleibenden) Flächen auf der Grossen & Kleinen Allmend geschehen soll.
Der Ideenfächer, so viel lässt sich jetzt schon, ist eine wahrhaftige Wundertüte: Von einer 100%-igen Vereinssportnutzung bis zu viel mehr Grün und Beschattung, vorbei an Autobahnüberdeckung, hat die sogenannte Testplanung schier alles im Angebot. Nun gut, sagen sich die offenen Geister, so gibt es eben keine "Denkverbote".
Akut bedrohte Grünfläche
Weit gefehlt, leider. Der Trend auf den Allmenden weg von immer weniger rein öffentlicher Nutzung, hin zu mehr und mehr Partikularinteressen ist deutlich erkennbar: So fressen sich Sportfelder und versiegelte Flächen immer mehr in die Grünflächen rein, die eigentlich niemand überbeanspruchen sollte - so der heere Gedanke hinter dem Begriff der Allmenden.
Parkhaus ausgerechnet in der Schutzzone
Mehr noch: Diese Entwicklung soll befördert werden durch einen "Meilenstein": Die Oberflächenparkierung wird zum Verschwinden gebracht - zum Preis eines mehrgeschossigen Parkhauses - ausgerechnet in einer Schutzzone. Was bei diesem "Durchbruch" (so stellt ihn der Gemeinderat dar) verschwiegen wird: Die illegale Oberflächenparkierung wurde jahr(zehnte)lang toleriert, teils nachträglich legalisiert. Und das Heilmittel ist ausgerechnet ein unglaublich CO2-intensives Parkhaus, dessen Decke so dünn ist, dass darauf keine rechten Bäume gepflanzt werden können.
Die Lösung mit dem Parkhaus ist ein erpresserisches Mittel: "Seht her, nur so kann man die Allmenden weiterentwickeln". Erpresserisch darum, weil Sand in die Augen der Öffentlichkeit gestreut wird: Das Parkhaus schüttet das Kind mit dem Bade aus. Es bringt zwar die Oberflächenparkierung, die jahrzehntelang illegal war, zum Verschwinden. Aber: Es blockiert gleichzeitig den grossen Wurf auf den Allmenden, die Abkehr von immer mehr Beton und immer weniger Aufenthaltsqualität - den Weg zu einem grossen Stadtpark. Ganz abgesehen davon, dass der Bau einer neuen Einstellhalle an genau diesem Standort nicht alternativlos ist - unter dem Stadion / Einkaufszentrum Wankdorf gibt es bereits eines, das man erweitern könnte, oder auch beim Strassenverkehrszentrum, das bald umzieht, gibts Potential - , sondern v.a. eine "gäbige" Finanzierung der Einstellhalle durch die UBS zugunsten der Stadt ermöglicht. Das ist arg kurzsichtig, Infrastrukturkosten lagert man einfach aus & gibt dabei verkehrspolitischen Einfluss aus der Hand. Die Stadt steht in der Pflicht, eine bestimmte Anzahl Parkplätze für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen und soll dieser selbst nachkommen oder gegen diese Verpflichtung durch den Kanton juristisch vorgehen.
Diesen befremdlichen Bestrebungen - dem Ausverkauf der Allmenden an Investoren und kommerzielle Nutzungen - wollen wir mit unserem Manifest und dem neu gegründeten Komitee "Berner Allmenden für Alle" was entgegentreten. Die Nutzung & Gestaltung der Allmenden diskutieren - ja, aber ohne faits accomplis wie einem Parkhaus mitten auf der Grossen Allmend.
Das Manifest "Berner Allmenden für Alle" kannst du hier unterschreiben: https://allmenden.ch/



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